Blog

Wie Open Banking die Wirtschaftsprüfung verändert

Der Prüfungsprozess kann enorm von Open Banking profitieren: Es schafft erhebliche Verbesserungen für Prüfer und Kunden und wird von vielen als Wendepunkt betrachtet. Angesichts des CDR-Monatswollten wir bei Circit zeigen, wie Open Banking mit CDR zusammenpasst und welche Vorteile Open Banking speziell für die Audit-Branche bietet.

Circit ist eine Plattform zur Sammlung von Prüfnachweisen, die es Unternehmen ermöglicht, die Vermögenswerte weltweit direkt an der Quelle zu verifizieren. Wir helfen Teams, Zeit zu sparen – bei Prozessen, der Verfolgung von Anfragestatus und der Zusammenarbeit mit Nachweisanbietern. Unternehmen, die Circit nutzen, liefern qualitativ hochwertigere Prüfungen, indem sie das Kundenerlebnis verbessern und die direkte Sammlung von der Quelle optimieren.

Open Banking für die Prüfung: die Grundlagen

Nach der Einführung von Open Banking in Großbritannien und Europa folgte Australien mit seiner eigenen Version, bekannt als The Consumer Data Right (CDR), einem landesweiten, staatlich regulierten System, das Verbrauchern und Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Daten mit Dienstleistern zu teilen. Open Banking wurde bereits in der Banken- und Energiebranche eingeführt, weitere Branchen sind in naher Zukunft geplant.

Aber wie lässt sich das auf die Prüfung anwenden? Kontoauszüge sind ein zentraler Bestandteil jeder Prüfung, und der Insolvenzantrag von Wirecard nach der Offenlegung, dass 1,9 Milliarden Euro fehlten, ist ein prominentes Beispiel dafür, was passiert, wenn die Prüfung in diesem Bereich schwach ist.

Open Banking ermöglicht es Prüfern, die Kontoauszüge ihrer Kunden direkt von der Bank digital zu erhalten. Dies liefert Prüfern Drittnachweise in einem Format, das sofort von Algorithmen analysiert werden kann, während sie sicher sein können, dass die Daten aus der wahren Datenquelle stammen.

Wie verbessert Open Banking die Effizienz und Prüfungsqualität?

Um dies zu beantworten, lassen Sie uns drei gängige Prüfverfahren analysieren. Prüfung auf Umgehung von Kontrollen durch das Management, Vollständigkeit der Verbindlichkeiten und Erlöse.

„Der Betrugstest“ – Umgehung von Kontrollen durch das Management

Um das Risiko zu mindern, dass das Management Buchhaltungsunterlagen manipuliert oder Betrug begeht, prüfen Wirtschaftsprüfer die Kontoauszüge der Kunden. Ziel ist es, ungewöhnliche oder große Transaktionen zu identifizieren und zu bestätigen, dass es sich um echte Geschäftsvorfälle handelt.

Heute prüfen Wirtschaftsprüfer Kontoauszüge manuell, Transaktion für Transaktion, um ungewöhnliche Transaktionen zu identifizieren. Prüfer verwenden oft Papierkontoauszüge, was den Prozess noch zeitaufwändiger macht. Bei einer durchschnittlichen Prüfung eines mittelständischen Unternehmens dauert dies vier bis sieben Stunden.

Durch den Einsatz von Open Banking und Datenanalyse kann dieser gesamte Prozess automatisiert und 100 % der Transaktionen analysiert werden. Hochrisikotransaktionen werden dem Prüfer gemeldet, einschließlich einmaliger Transaktionen, Transaktionen, die bestimmte Schlüsselwörter enthalten, großer Beträge und Unregelmäßigkeiten wie elf monatliche Zahlungen in einem Jahr, wenn wir zwölf erwarten würden.

Prüfung der Vollständigkeit der Verbindlichkeiten

Prüfer überprüfen Kontoauszüge nach dem Geschäftsjahresende, gehen Transaktion für Transaktion durch und versuchen, Zahlungen zu identifizieren, die nach dem Geschäftsjahresende des Kunden getätigt wurden, aber bei denen sich die Ausgabe auf etwas vor dem Geschäftsjahresende bezieht. Diese Transaktionen müssen in den Büchern als Verbindlichkeiten behandelt werden.

Auch heute ist dies ein sehr manueller und zeitaufwändiger Test, der vollständig automatisiert werden kann. Durch den Einsatz von Open Banking und Datenanalyse können alle Zahlungen nach dem Geschäftsjahresende analysiert und alle potenziellen Verbindlichkeiten dem Prüfer gemeldet werden.

Wenn das Geschäftsjahresende des Kunden beispielsweise im Dezember liegt und im Januar eine Zahlung erfolgt, bei der die Beschreibung auf dem Kontoauszug auf „Dez“, „Weihnachten“, „Party“, „Geschenk“ oder Ähnliches verweist, sollte diese Transaktion wahrscheinlich als Verbindlichkeit behandelt werden.

Prüfung der Vollständigkeit der Erlöse

Das Design des Tests zur Vollständigkeit der Erlöse ist oft fehlerhaft, zum Beispiel weil er rückwärts von den Buchhaltungsunterlagen aus getestet wird, anstatt vorwärts von außerhalb des Buchhaltungssystems.

Da Open Banking-Daten direkt von der Bank bezogen werden, handelt es sich um Drittnachweise, die von außerhalb des Buchhaltungssystems gesammelt werden. Daher sind sie ein hervorragender Ausgangspunkt für jeden Test zur Vollständigkeit der Erlöse.

Datenanalysen ermöglichen den Übergang von Stichproben zu einer 100%igen Prüfung aller Transaktionen, da alle Zahlungseingänge in den Kontoauszügen mit den Erlöstransaktionen im Buchhaltungssystem abgeglichen werden.

Fazit

Ermöglichen Open Banking und die damit verbundenen Analysen den Prüfern also, die Daten ihrer Kunden besser zu nutzen und die Prüfungsqualität erheblich zu verbessern?

Ja. Open Banking ist eine riesige Chance für Wirtschaftsprüfer. Das Besondere an Open Banking und den drei oben genannten Beispielprüfungen ist, dass diese Tests auf fast alle Prüfungen anwendbar sind. Dies ermöglicht allen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Datenanalysen standardisiert in ihrem gesamten Portfolio einzusetzen, was kosteneffiziente Effizienz- und Qualitätsverbesserungen bei jeder Prüfung gewährleistet.

Die oben diskutierten Prüfungen sind nur der Anfang dessen, was Open Banking ermöglicht. In Australien, wo CDR gerade erst anläuft und sich derzeit auf andere Branchen und Anwendungsfälle konzentriert, ist es besonders interessant zu sehen, wohin diese neuen Möglichkeiten die Branche und die Finanzwirtschaft führen könnten.

Mehr erfahren.

Request a Demo
Request a Demo